Recht & Regulierung
Werden Versicherungsmakler 2026 durch KI ersetzt?
Fabian Wesemann
02.01.2026
7 min
Aforis 5 heiße Thesen für das neue Jahr
Kaum eine Frage wird in der Versicherungsbranche derzeit häufiger diskutiert. KI hält Einzug in Maklerbüros, automatisiert Prozesse, analysiert Daten und unterstützt den Kundenservice. Viele Versicherungsmakler fragen sich daher, wie sich ihr Berufsbild in den kommenden Jahren verändern wird und ob persönliche Beratung überhaupt noch gebraucht wird.
Die kurze Antwort lautet: Nein. Versicherungsmakler werden nicht ersetzt, aber ihr Arbeitsalltag verändert sich grundlegend.
Künstliche Intelligenz übernimmt vor allem zeitintensive Routine- und Backoffice-Aufgaben, während der Versicherungsmakler sich stärker auf Beratung, Vertrauen und Kundenbeziehungen konzentrieren kann. Afori hat fünf klare Thesen formuliert, die auf aktuellen Marktstudien basieren und zeigen, was Versicherungsmakler in Deutschland 2026 realistisch erwartet und warum KI den Maklerberuf nicht schwächt, sondern nachhaltig aufwertet.
These 1: KI ersetzt Makler nicht. Der menschliche Faktor bleibt unverzichtbar.
Trotz aller Digitalisierung bleibt die persönliche Beratung ein Kernbedürfnis der Kunden. Mehrere aktuelle Umfragen belegen, dass Makler weiterhin gebraucht und geschätzt werden. 88 % der Verbraucher bevorzugen Versicherungsberatung durch einen menschlichen Ansprechpartner und nicht durch eine KI. Der Anteil der Kunden, die wollen, dass ihr Makler den Versicherungsfall für sie meldet, ist sogar von 9 % (2024) auf 17 % (2025) gestiegen.
Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Wunsch nach persönlicher Betreuung nimmt keineswegs ab, im Gegenteil. Vertrauensaufbau und Empathie sind durch KI allein nicht zu ersetzen. Anstatt Makler überflüssig zu machen, schafft KI also ein Umfeld, in dem menschliche Beratung noch wichtiger wird: für schwierige Entscheidungen, für das persönliche Vertrauensverhältnis und als Qualitätsfilter in einer von digitalen Informationen überfluteten Welt.
These 2: KI übernimmt Routineaufgaben. Makler gewinnen Zeit und Effizienz.
Die größten Effizienzgewinne durch KI entstehen nicht in der Beratung selbst, sondern dort, wo heute noch manuelle Routinetätigkeiten unverhältnismäßig viel Zeit binden. Das tägliche Sichten von E-Mails, das manuelle Zuordnen von Dokumenten, der Abgleich von Angeboten oder einfache Vorgänge wie Adress- und Vertragsänderungen summieren sich im Makleralltag zu einem erheblichen Produktivitätsverlust. KI-gestützte Tools können genau diese Tätigkeiten teil- oder vollständig automatisieren: Sie erkennen Inhalte, verstehen Zusammenhänge, ordnen Vorgänge korrekt zu und stoßen Folgeprozesse eigenständig an. Der operative Aufwand sinkt spürbar, ohne Qualitätsverlust.
Effizienzsteigerung durch KI schlägt sich direkt in harten Zahlen nieder. Versicherer erwarten innerhalb der nächsten zwei Jahre über 20 % Kosteneinsparungen dank KI-bedingter Produktivitätsgewinne. Bei Maklerbetrieben, die KI frühzeitig einsetzen, zeigen sich bereits hohe Renditen: Viele Maklerunternehmen konnten durch KI-Tools eine Kapitalrendite von über 200 Prozent erzielen, jeder investierte Euro brachte also den 2-fachen Nutzen zurück.
Die Entlastung durch KI ist im Makleralltag sofort spürbar. Prozesse wie die automatische Zuordnung von E-Mails zum richtigen Kunden oder Vertrag, das Erstellen personalisierter Antwortentwürfe oder die Überwachung von Fristen laufen im Hintergrund ab, ohne dass der Makler manuell eingreifen muss. Das Ergebnis: schnellere Reaktionszeiten, weniger Fehler, kein Vorgang gerät mehr in Vergessenheit und der Makler gewinnt jeden Tag wertvolle Stunden zurück. Diese gewonnene Zeit kann in Kundenberatung, Akquise oder Schadensbetreuung investiert werden, also in genau die Tätigkeiten, in denen der Mensch unschlagbare Stärken hat.
These 3: Hyperpersonalisierung dank KI. Treffsichere Angebote im Vertrieb.
KI revolutioniert die Art und Weise, wie Versicherungsprodukte an Kunden vermittelt werden, vor allem durch Hyper-Personalisierung. Moderne KI-Tools sind in der Lage, riesige Datenmengen über Kunden zu analysieren (von Vertrags- und Schadendaten bis hin zu digitalen Verhaltensmustern) und daraus individuell zugeschnittene Empfehlungen abzuleiten. Kunden erwarten heute mehr denn je, dass Angebote und Kommunikation perfekt auf ihre Bedürfnisse passen. Für Makler bedeutet das: Mit KI-Unterstützung können sie zum richtigen Zeitpunkt das richtige Angebot unterbreiten, maßgeschneidert für jeden einzelnen Kunden.
Die Versicherungswirtschaft investiert entsprechend stark in solche personalisierten Ansätze. Laut einer aktuellen EY-Studie priorisieren 63 % der Versicherer und Makler den Einsatz von KI, um personalisierte Kundenansprache zu ermöglichen, etwa durch automatisierte Chatbots für Cross-Selling oder individuell zugeschnittene Marketingbotschaften. Praktisch heißt das: KI hilft dem Makler beispielsweise, aus seinem Bestand die Kunden herauszufiltern, bei denen ein konkreter Beratungsbedarf besteht (etwa weil ein bestimmtes Risiko steigt oder eine Lebensphase sich ändert) und proaktiv passende Lösungen anzubieten.
Für Kunden fühlt sich der Service dadurch noch persönlicher und relevanter an. Statt Standard-Newsletter von der Stange zu erhalten, bekommt der Kunde etwa eine individuell berechnete Anpassung seines Versicherungsschutzes vorgeschlagen, inklusive der Begründung, warum diese zu seiner Situation passt.
These 4: KI als Wettbewerbsfaktor. Vorreiter ziehen an Nachzüglern vorbei.
Der Einsatz von KI ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern entwickelt sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der Vermittlerbranche. Versicherungsmakler, die frühzeitig und konsequent auf KI-gestützte Werkzeuge setzen, erzielen messbare Effizienz- und Skalenvorteile gegenüber zögerlichen Mitbewerbern. Die Unterschiede nach Unternehmensgröße sind dabei deutlich: Während bereits 84,2 % der großen Versicherungsmakler mit mehr als 100 Mio. € Umsatz in generative KI investiert haben, liegt die Quote im mittelgroßen Segment (25–100 Mio. € Umsatz) bei rund 60 %. Marktführer nutzen ihre Skalenvorteile gezielt, um KI tief in ihre Kernprozesse zu integrieren. Besonders ausgeprägt ist der Rückstand bei Kleinst- und Kleinmaklern: Nur etwa 20 % der Versicherungsmakler mit bis zu 3 Mio. € Umsatz setzen derzeit überhaupt KI-Tools ein, während rund 80 % bislang keine KI-Lösungen implementiert haben. Die Ursachen sind weniger fehlender Nutzen als vielmehr strukturelle Hürden: begrenzte Ressourcen, mangelnde technische Expertise und die Sorge vor hohen Einstiegskosten.
Für Maklerbüros bedeutet das: Wer jetzt in KI-Kompetenz und -Infrastruktur investiert, verschafft sich einen Vorsprung. Automatisierte Prozesse, datengestützte Insights und schnellere Reaktionszeiten führen zu besserem Service, was im harten Wettbewerb um Kunden den Ausschlag geben kann.
These 5: Vertrauen wird zum zentralen Differenzierungsmerkmal. Gerade weil KI überall ist.
Je stärker KI Prozesse automatisiert werden, Angebote vergleicht und Kommunikation beschleunigt, desto knapper und wertvoller wird Vertrauen. Entgegen der Erwartung führt nicht weniger, sondern mehr KI zu einem höheren Stellenwert menschlicher Glaubwürdigkeit. Studien zeigen klar: Kunden akzeptieren KI als Werkzeug, aber nicht als verantwortliche Instanz.
Laut einer McKinsey-Studie (2024) geben 71 % der Versicherungskunden an, KI-gestützte Services zu akzeptieren, aber nur 29 % würden einer KI eine finale Empfehlung oder Entscheidung ohne menschliche Absicherung anvertrauen. Besonders deutlich wird dies im Schadenfall: Laut Guidewire Customer Survey Europe steigt die Kundenzufriedenheit um bis zu 38 %, wenn ein persönlicher Ansprechpartner den Prozess begleitet, selbst wenn KI im Hintergrund die Bearbeitung beschleunigt.
KI macht Informationen überall verfügbar. Was sie nicht ersetzt, ist das Gefühl von Sicherheit, Verantwortung und Verlässlichkeit. Genau hier gewinnt der Versicherungsmakler an Bedeutung: als Übersetzer und Einordner in einer zunehmend automatisierten Welt.
Wie Afori genau entlang dieser Thesen arbeitet: KI als Verstärker, nicht als Ersatz!
Afori wurde genau für dieses Spannungsfeld entwickelt: maximale Personalisierung und Automatisierung bei voller Wahrung der menschlichen Rolle des Maklers. Die Plattform setzt nicht darauf, Makler zu ersetzen, sondern darauf, ihre Wirkung zu vervielfachen.
Transparenz statt Automatik: KI unterstützt, der Makler entscheidet (These 1):
Jede Antwort, jeder Vorschlag, jede Wiedervorlage von Afori basieren auf dem vollständigen Vorgangskontext. Der Makler sieht jederzeit, warum die KI etwas vorschlägt und behält die Entscheidungshoheit.
Entlastung statt Verdrängung (These 2):
Afori automatisiert zeitintensive Routineprozesse wie E-Mail-Zuordnung, Antwortentwürfe, Fristenüberwachung und Nachfasslogik. Genau dort, wo KI laut Studien den größten Produktivitätshebel hat, unterstützt Afori seine Kunden.
Personalisierung auf Bestandsebene (These 3):
Afori nutzt bestehende Kunden- und Vertragsinformationen, um Kommunikation individuell, konsistent und hochwertig zu gestalten, ohne Mehraufwand für den Makler. Ein personalisierter E-Mail-Vorschlag wird in wenigen Sekunden erstellt.
Wettbewerbsvorteil im Alltag (These 4):
Schnellere Reaktionszeiten, weniger Fehler, keine verlorenen Vorgänge. Genau die Faktoren, die laut McKinsey und BCG über Marktanteilsgewinne entscheiden, werden im Tagesgeschäft mit Afori messbar verbessert.
Vertrauen bleibt beim Makler (These 5):
Kunden erleben weiterhin „ihren“ Makler, nur mit personalisierten Service und schnellerer Reaktionszeit. Afori bleibt unsichtbar im Hintergrund und stärkt genau das, was nicht automatisierbar ist: Vertrauen.
Fazit
Wird der Makler durch KI ersetzt? Die kurze Antwort lautet: NEIN, aber sein Arbeitsalltag und Geschäftsmodell werden sich 2026 deutlich verändern.
Die Thesen zeigen klar:
KI übernimmt Prozesse, nicht Verantwortung
Effizienzgewinne entstehen im Backoffice, nicht in der Beziehung
Wettbewerbsvorteile entstehen durch intelligente Nutzung, nicht durch Abwarten
Und je automatisierter die Branche wird, desto wertvoller wird der Mensch dahinter
Für Versicherungsmakler bedeutet das vor allem eines: jetzt die Weichen richtig zu stellen. Entscheidend sind Offenheit für Innovation und der gezielte Einsatz von KI-Tools, die sofort messbaren Mehrwert im Alltag liefern.
Afori unterstützt Makler genau auf diesem Weg mit intelligenten KI-Lösungen, die operative Abläufe spürbar entlasten, ohne Entscheidungs- oder Kontrollhoheit abzugeben. Der Makler bleibt jederzeit in der Verantwortung, gewinnt aber deutlich an Geschwindigkeit, Übersicht und Qualität.
Der Maklerberuf wird 2026 nicht abgeschafft, sondern aufgewertet. Makler, die KI sinnvoll einsetzen, arbeiten produktiver, beraten individueller und bauen stärkere, belastbarere Kundenbeziehungen auf. Wer KI als Werkzeug versteht, nicht als Bedrohung, wird nicht ersetzt, sondern unverzichtbar.
Unser langfristiges Ziel ist es, KI zur unsichtbaren Infrastruktur im Maklerbüro zu machen: immer verfügbar, maximal hilfreich und vollständig unter Kontrolle des Maklers.

